COURAGE!CONGRESS 2015

Bundeskongress für Zivilcourage
23.-25. Oktober 2015 in Bad Aibling

Der Courage!Congress ist ein weiterer Schritt zu einem bundesweiten Netzwerk Zivilcourage.
Die Leitgedanken Diskutieren – Austauschen – Vernetzen – Handeln werden hier mit Leben erfüllt.
Gemeinsam wollen wir uns für eine zivilcouragierte Gesellschaft stark machen.
Das entstehende BundesNetzwerk ZivilCourage! betrachtet es als bürgerschaftliche, politische und unternehmerische Pflicht uns couragiert für das Wohl anderer für friedliche Konfliktaustragung, Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und Toleranz einzusetzen. Dazu wollen wir uns vernetzen und gemeinsame Angebote unterbreiten. Menschen sollen in ihrer Nähe Unterstützung, Information und Ansprechpartner_innen finden.
Der Courage!Congress wird in diesem Jahr von Mut & Courage Bad Aibling e.V. vorbereitet.
“otto greift ein” ist natürlich dabei und wir freuen uns, wenn auch Sie mitmachen.
Alle Infos zur Anmeldung und zum Programm gibt es hier: C!C_2015_Programm

Seminar für Zivilcourage im ASZ Cracau

Foto: Viktoria Kühne

Zu einem Seminar für Zivilcourage lädt das AWO Alten- und Service-Zentrum in der Zetkinstraße 17 am Dienstag, 31. März, im Bürgerhaus Cracau ein.

Was kann man tun, wenn einen eine Situation vielleicht verunsichert, man nicht weiß, wie man eingreifen könnte und man v.a. nicht selbst in Gefahr gerät?

Regionalbeamtin Maja Hendrich wird mit Senior_innen Handlungsschritte entwickeln.

 

Anmeldung bitte bis Sonnabend, 28. März im ASZ: Tel. 835 57 22 oder per Email: asz@awo-kv-magdeburg.de

“Das war eine Selbstverständlichkeit…”

Vier Jugendliche verhindern in Magdeburg eine Vergewaltigung und machen dabei alles richtig

“Gewalt gegen Frauen geht gar nicht.” So einfach begründen die vier Jugendlichen gegenüber der Volksstimme ihre Zivilcourage, mit der sie vermutlich am letzten Wochenende in Magdeburg die Vergewaltigung einer Frau verhindert haben. “Die Jungs haben alles richtig gemacht”, urteilte die Polizei. Wir sehen das auch so, und wollen das genauer ansehen, damit wir alle von den Jugendlichen lernen können:

  • Aufmerksam werden: Die Jugendlichen sitzen in einer Wohnung und hören ungewöhnliche Geräusche. “Wir konnten das erst nicht deuten.” Doch sie schauen nach – und können die Geräusche als Hilferufe deuten.  (Oft scheitert unsere Zivilcourage schon daran, dass wir gar nicht wahrnehmen, was geschieht, oder dass wir das, was wir wahrnehmen, nicht als Notfall interpretieren. “Wird schon in Ordnung sein”, denken wir häufig, anstatt nachzuschauen, was wirklich geschieht.)
  • Aktiv werden: “Als wir die Hilferufe dann ganz deutlich gehört haben, sind wir vor die Tür gerannt.” Die Jugendlichen schauen nicht weg, delegieren die Verantwortung nicht an andere, sondern werden selbst aktiv.
  • Die Polizei rufen: Es klingt so banal, doch oft fehlt es genau daran: Dass jemand zum Handy greift und 110 wählt.
  • Gewalt beenden: Erstes Ziel sollte es sein, das “Opfer” zu schützen und die Gewalt gegen das “Opfer” zu beenden. Die Jugendlichen haben mit ihrem Eingreifen die Frau vor weiterer Gewaltanwendung geschützt.
  • Sich um das “Opfer” kümmern: “Die Frau haben wir beruhigt.” Im Fokus jedes zivilcouragierten Eingreifens sollte die Unterstützung und die Hilfe für das “Opfer” stehen. Oberstes Ziel ist es, Menschen vor Gewalt und Bedrohung zu schützen.
  • Die Polizei unterstützen: Es ist erlaubt, in einem solchen Fall eine_n Täter_in vorläufig festzuhalten, bis die Polizei kommt. Dieses sog. “Festnahmerecht für jedermann” ist in der Strafprozessordnung §127 geregelt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen zivilcouragiert eingreifen, ist am größten, wenn eine Gruppe von Freund_innen gemeinsam in eine solche Situation kommt. Denn diese können sich problemlos untereinander absprechen und vertrauen sich. Ein schnelles Handelns wird so möglich.

Übrigens ist dies nicht der erste Fall, in der zivilcouragiertes Handeln wahrscheinlich Sexualstraftaten verhindern konnte. In unserer Rubrik “Zivilcourage funktioniert” haben wir drei weitere Fälle dokumentiert: zwei Auszubildende reagierten auf lautes Rufen, eine Frau mischte sich laut ein und die Aufmerksamkeit zweier Männer verhinderte vermutlich eine Sexualstraftat an zwei Mädchen.

“Das war eine Selbstverständlichkeit”, sagte einer der Jugendlichen aus Magdeburg. Ob das auch in anderen Situationen gilt, liegt auch an uns und unserem Verhalten.