Telefonisch die Polizei auf dem Laufenden gehalten

Ein offensichtlich angetrunkener Mann läuft über einen öffentlichen Platz und grölt rechte Parolen. Der Versuch eines Passanten, den Mann zur Rede zu stellen, endet in einer lautstarken Auseinandersetzung. Deshalb spricht er Umstehende an mit der Bitte, ihm zu helfen, den grölenden Mann festzuhalten, bis die Polizei eintrifft. Doch auch das bleibt ergebnislos. Der Passant gibt nicht auf, ruft mit seinem Handy die Polizei und hält diese über den Aufenthaltsort des Mannes auf dem Laufenden.

(Quelle: HalleSpektrum vom 8. April 2013)

Ein Hinweis von uns dazu: Der Fall zeigt, dass Interventionen von Dritten nicht zwangsläufig zum Erfolg führen. Wichtig ist dann, sich dadurch nicht entmutigen zu lassen, sondern “dranzubleiben” und anderes zu tun. Wie z.B. mit dem eigenen Handy die Polizei auf dem Laufenden zu halten.

“Lassen Sie die Schaffnerin in Ruhe”

“Ein stark betrunkener Mann mit einem großen Hund im Schlepptau weigerte sich, ihr [= der Zugbegleiterin] die Fahrkarte zu zeigen. Er fing an, sie wüst zu beschimpfen.

Da baute sich ein etwa 14-jähriger Junge vor dem Mann auf und schrie: “Lassen Sie die Schaffnerin in Ruhe”. Darauf hin war der Betrunkene so verblüfft, dass er an der nächsten Station wortlos ausstieg.”

(Friederike Ostermeyer: Das Leben fährt mit. Bahn-Kundenbetreuerin Julia Simon erlebt Anrührendes und Aufregendes. In: Magdeburger Volksstimme vom 16.03.2013, Wochenend-Magazin S. I.)

Grundschüler zeigt Courage

“In der vierten Grundschulklasse … hat ein Lehrer einmal den Aufsatz eines Jungen vorgelesen und sich abschätzig darüber geäußert. Er hat den Jungen vor allen bloßgestellt.

Ein Schulkamerad ist zu dem Lehrer gegangen und hat ihm gesagt, dass er das nicht in Ordnung fand.”

(Beate Lakotta: “Vor Angst erstarrt”. Zivilcourage sei erlernbar, sagt die Psychologin Veronika Brandstätter. In: Der Spiegel Nr. 11 vom 11.03.2013, 62f.)