Grundschüler zeigt Courage

“In der vierten Grundschulklasse … hat ein Lehrer einmal den Aufsatz eines Jungen vorgelesen und sich abschätzig darüber geäußert. Er hat den Jungen vor allen bloßgestellt.

Ein Schulkamerad ist zu dem Lehrer gegangen und hat ihm gesagt, dass er das nicht in Ordnung fand.”

(Beate Lakotta: “Vor Angst erstarrt”. Zivilcourage sei erlernbar, sagt die Psychologin Veronika Brandstätter. In: Der Spiegel Nr. 11 vom 11.03.2013, 62f.)

“Ich wusste, dass sie mich auspfeifen werden…”

Eine Einwohnerversammlung. Es geht um die Aufnahme von Asylbewerber_innen im Ort. Viel Angst ist im Raum, viel Empörung. Ein Mann steht auf. “Ich wusste, dass sie mich auspfeifen würden, aber ich musste einfach Stellung beziehen.”, erzählt er einer Journalistin später.
Er erzählt, “wie viele Flüchtlinge beim Versuch, nach Europa zu gelangen, ihr Leben verlieren. Und dass seine Großeltern nach dem Krieg selbst Flüchtlinge waren, denen die Türen verschlossen blieben.”
Viele wollen das nicht hören, stören und buhen ihn aus. Er bittet, ihn wenigstens ausreden zu lassen.
Andere fassen Mut. „Lasst den doch reden“, rufen einzelne, dann mehr: „Lasst den ausreden!“
Am Ende bekommt er ein wenig Beifall.
Nach der Versammlung nehmen andere Kontakt zu ihm auf. Es finden sich Menschen, die die Flüchtlinge willkommen heißen und sie unterstützen…

(Quelle: Sandra Dassler: Die Wandlung der Wandlitzer. Tagesspiegel vom 18.02.2013, online hier.)

Schülerin hält es für selbstverständlich einzugreifen

Eine 17jährige Schülerin ist mittags nach der Schule auf dem Weg nach Hause. In der Stadtbahn brüllt ein Mann rum und beleidigt andere Fahrgäste. Die Schülerin wundert sich, dass niemand von den erwachsenen Fahrgästen, die mitbekommen, was passiert, etwas tut. Aber die Beleidigungen gehen weiter.

Beim Aussteigen attackiert der Mann eine ältere Dame auf Krücken. Als die Schülerin sieht, dass er der Frau an den Hals greift und niemand eingreift, rennt die Schülerin zu ihm hin und ruft laut: “Lassen Sie endlich die Frau in Ruhe!” und fordert ihn auf zu verschwinden – was der Mann dann auch tut.

Die Schülerin bekommt später einen Preis für ihre Tat, sieht es aber als Selbstverständlichkeit an und findet es “eher traurig, dass man so etwas ehren muss”.

(Bericht der WDR Lokalzeit Ostwestfalen-Lippe vom 05.09.2012, online hier)